Freie Software

Warum freie Software?

 

Angenommen es gäbe weltweit nur 3 Autohersteller: VW, Opel und Renault. Wenn nun VW alle Autos die ausgeliefert werden, ausschliesslich mit Reifen von Hersteller X bestücken würde, was würde mit dem Reifenmarkt in Kürze geschehen?

   1. Würden viele gar nicht mehr wissen, dass es auch andere Reifenhersteller gibt
   2. Man würde vorsichtshalber Reifen von Hersteller X auch auf anderen Autos montieren, damit man im Notfall auch sofort die passenden Reifen findet und nicht lange danach suchen muss.
   3. Würde der Marktanteil von Hersteller X einen Grossteil des Marktes ausmachen und die Konkurrenz in die Ecke drängen.
   4. Hersteller X müsste sich gar nicht mehr besonders anstrengen wirklich gute Reifen herzustellen, da sie in jedem Fall von allen gekauft werden.

Monopolisierungstendenz

So ähnlich sieht die Situation in der Computerbranche in Bezug auf Software aus, nur noch ein bisschen krasser.

Möchte ich einen Computer kaufen, wird mir meistens zwangsmässig ein Betriebssytem mitverkauft. Ich muss lange suchen um einen Hersteller zu finden, der bereit ist, mir nur die Hardware zu verkaufen, wenn ich denn überhaupt einen finde. Und wenn dann kann es geschehen, dass die Version ohne Betriebssytem teurer ist als die mit.

Entsprechend sehen die Marktanteile von benutzter Software aus und die Kenntnisse über Alternativen auf Seiten der Benutzenden.

Was sind die Konsequenzen dieser Situation?

Gerne greifen Privatpersonen zu sogenannten Raubkopien, um nicht das viele Geld für Lizenzen aufbringen zu müssen. Man gerät in jedem Fall in ein Abhängigkeitsverhältnis, sei es zur Person, die einem das Installationsmedium zur Verfügung gestellt hat, sei es zum Hersteller (sofern man sie dann gekauft hat), der für Updates immer wieder neue Gebühren verlangt. Und die Updates sind notwendig um kompatibel zu den anderen zu bleiben oder von neuen Funktionen zu profitieren.
Zudem begibt man sich auf diesem Weg in die Illegalität.
Kleinunternehmen oder Firmengründer/innen haben grosse Kosten aufgrund der Software, die sie kaufen müssen.
Häufig wird stattdessen mit grossem Aufwand Arbeit mit unzureichenden Werkzeugen erledigt, anstatt dass man sich auf das Wesentliche z.B. einer Geschäftsgründung konzentrieren könnte.

Die Alternative

Zu dieser Situation gibt es eine Alternative - oder besser gesagt viele!

Es gibt eine grosse Menge an freier Software, die meistens auch kostenlos ist.

Allerdings bedeutet frei nicht primär kostenlos. Frei bedeutet, dass die Software frei benutzt, weitergegeben und verändert werden darf. Wer sie nur benutzen möchte kann dies tun. Wer gerne etwas daran ändern möchte und kann, darf dies ebenfalls tun. Die Lizenz die diesen Zustand gewährleisten soll ist die General Public License kurz GPL (oder ähnliche). Diese Lizenzform wird auch als Copyleft im Gegensatz zum Copyright bezeichnet.

Die Angebotspalette reicht vom Betriebssytem (Linux, FreeBSD und andere) bis zu Programmen für verschiedene Plattformen. So gibt es z.B. die freie OpenOffice Suite sowohl für Linux, Windows wie auch für MAC. Es gibt Software sowohl für den Privatgebrauch wie auch für kommerzielle, geschäftliche Bereiche.

Auch im kommerziellen Bereich findet sich freie Software, z.B. wo Firmen hochkomplexe Anforderungen durch die Abstimmung und Assemblierung von freier Software erfüllen und anbieten. In der Regel wird der "Gewinn" nicht durch den Softwareverkauf erzielt, sondern durch das Angebot von Dienstleistung. Diese kann in Supportleistungen bestehen, wie auch in der Weiterentwicklung von Software aufgrund von Kundenanfragen.

So kann diese freie Software auch weiterentwickelt werden und der Community (die Benutzenden) wieder zur Verfügung gestellt werden.